_______________________________ E-Male 1/99 ________________________________ 27. Januar 1999 1. Vorwort 2. eurogay.net 3. GayStation 4. GayNews 5. OnlineTips 6. Nachschlag 1. Vorwort _________________________________________________________________ +++ E-Male - Der Newsletter von GayStation und eurogay.net +++ Hallo, liebe Leser! Erstmal Entschuldigung, daß wir uns solange nicht gemeldet haben! Aber nach anderweitigen Aktivitäten im Dezember (z.B. Mitorganisation einer IRC-Par- ty) und einer Krankheit über Silvester und Jahresanfang war ich ziemlich matt und lustlos - sogar, was den PC und Mails (noch viele unbeantwortete) anbelangt. Jetzt habe ich mich langsam wieder erholt, da macht die Bundeswehr Proble- me. Meine erneute Zurückstellung wegen Studium hat nicht geklappt, daher bin ich nun Soldat. Gestatten: Panzergrenadier Reimann. Abgeholt von der Militärpolizei. Nunja... lange Geschichte, oft erzählt. Ich versuche alles, da so schnell wie möglich wieder herauszukommen. Momentan ist vieles noch nicht geklärt, immerhin habe ich Sonderurlaub bis zum Wochenende (um meinen Job an der Uni wahrnehmen zu können). Drückt mir die Daumen! Ich habe also keine Ahnung, wann und ob ich mich E-Male wieder werde widmen können. Nun wißt Ihr zumindest über die Situation Bescheid. Mit diesem Newsletter erhaltet Ihr auch Informationen zu eurogay.net und all das, was ich bereits im Dezember zusammengetragen hatte, also ein paar News, Online-Tips und einen Nachschlag. Zur GayStation gibt es erst in Bäl- de einiges zu berichten (wenn alles klappt), aber diesmal gibt es immerhin Neues zu GayWatch sowie wieder Auszüge aus der GayHistory und dem Sexikon. Viel Spaß beim Lesen, Euer Keks. -> http://GayStation.de/E-Male oder http://eurogay.net/service/emale/ 2. eurogay.net _____________________________________________________________ +++ eurogay.net - Kontakte, Infos und Fun für die Gay-Community +++ Liebe User, knapp zwei Wochen ist es her, dass wir eurogay.netsearch gestartet haben, jetzt koennen wir bei unserer Suchmaschine bereits den 100.000sten Sei- tenabruf verzeichnen. Wir sind maechtig stolz auf diesen Erfolg und ver- sprechen Euch, dass wir insbesondere die Bereiche Erotik und Kontakt noch stark ausbauen werden. Gerade der Weg zu guten Galerie-Sites, bei denen nicht hemmungslos ab- gezockt wird, aber trotzdem Qualitaet geliefert wird, scheint bei Euch gefragt zu sein. -> http://eurogay.net/search/ In Kuerze faellt der Startschuss fuer ein weiteres Angebot, das eigentlich ein guter alter Bekannter ist. Die Rede ist natuerlich von unserer Pinn- wand, die seit einigen Tagen vom Netz ist. Der Grund ist, dass wir das Skript derzeit komplett neu programmieren. Funktionen und Outfit bleiben gleich, dafuer entfallen fuer Euch kuenftig die langen Wartezeiten beim Ab- ruf von Foren und einzelnen Nachrichten. Wir stellen auf eine HTML-Loesung um, mit der die Seiten in einem Bruchteil der bisherigen Zeit aufgebaut werden. Natuerlich wollen wir keine fehlerhafte oder unvollstaendige Geschichte auf Euch loslassen. Deshalb bitten wir um Euer Verstaendnis, dass sich der Neustart auf die naechste Woche verschiebt. -> http://eurogay.net/pinnwand/ Freudige Neuigkeit Nummer 3 ist eine taegliche Rubrik, die vermutlich noch in dieser Woche online gehen wird. Zusaetzlich zu unseren aktuellen Schlag- zeilen kommt damit ein neuer guter Grund dazu, moeglichst oft bei uns vor- beizuschauen. Eine bunte Mischung aus Daily Soap, Tagebuch und Autobiographie erwartet Euch. Wer unsere Startseite im Auge behaelt, weiss bald mehr. Wir lesen uns, Euer Alex vom eurogay.net-Team -> http://eurogay.net/ 3. GayStation ______________________________________________________________ +++ GayStation.de - Infos und mehr für die Gay-Community +++ 3.1 Neues bei GayWatch 3.2 GayHistory: 1992 3.3 Sexikon: Blasen 3.4 Sexikon: Tripper 3.1 Neues bei GayWatch ======================= Wenn Du Dir nicht nur das Programm ein paar einzelner Tage anschauen, son- dern gleich alle 4 Wochen in einem Rutsch saugen möchtest, kannst Du Dir die TV-Tips-Seiten als zip-Datei laden! -> http://GayStation.de/tv/tvtips.zip Als besonderen Service für unsere Stammleser bieten wir den Email-Versand der aktualisierten TV-Tips 1-2 mal im Monat an. Bei Bedarf einfach eine An- forderungs-Mail schicken! -> mailto:tv @ gaystation.de?subject=GayWatch-Abo Mit der Such-Maschine der GayStation könnt Ihr in den TV-, Kino- und Video- tips auch nach Schauspielern, Regisseuren und inhaltlichen Schlagwörtern suchen. Einfach 'mal ausprobieren: -> http://GayStation.de/search/ (dh) 3.2 GayHistory: 1992 ===================== "Krankhaft": Im Dezember (1992!) streicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus ihrer "Internationalen Liste für Krankheiten". 3.3 Sexikon: Blasen ==================== Oraler Sex; das Stimulieren des männliches Gliedes mit Mund oder Zunge. Viele Leute glauben, Blasen sei ein Hauptübertragungsweg des HIV, weil das Virus im Samen durch den Mund in Deinen Körper gelangen könne. Es gibt bis heute jedoch keine sicheren Hinweise dafür. Darüber hinaus wurde eine in- fektionshemmende Wirkung von Speichel und Magensaft nachgewiesen. Auch wenn eine Ansteckung auf diesem Weg nicht ausgeschlossen werden kann, wird das Risiko als klein eingestuft. Trotzdem empfehlen wir Dir, nicht in den Mund abzuspritzen (und abspritzen zu lassen). Spiel lieber auf Nummer sicher und zieh' das Glied vor dem Or- gasmus aus dem Mund. Der Lusttropfen stellt übrigens beim Blasen so gut wie kein Risiko dar. Willst Du in den Mund abspritzen, dann benütze ein Kondom - die gibt es auch mit Geschmack, z.B. Erdbeer, Banane(!), usw. Es schützt übrigens auch vor einer Ansteckung mit Mund-Tripper. 3.4 Sexikon: Tripper ===================== Tripper (Gonorrhö) ist eine Krankheit, die recht häufig vorkommt. Er macht sich durch Brennen im Glied beim Pinkeln bemerkbar. Tripper tritt seltener auch im Anus oder im Mund auf. Tripper-Bakterien holst Du Dir durch Blasen oder Bumsen (aktiv oder passiv) ohne Kondom mit einer ange- steckten Person. Nach der Ansteckung dauert es einen bis fünf Tage, bis sich der Tripper be- merkbar macht. Neben dem bereits erwähnten Brennen sondert Dein Glied dik- ke, zähflüssige Eitertropfen ab. Wenn Du jetzt nichts unternimmst, können zwar die Anzeichen verschwinden, die Krankheit kann aber fortschreiten. Be- handelt wird sie mit einer Antibiotika-Kur. Viel Spaß beim Surfen, Euer GayStation-Team. -> http://GayStation.de oder http://eurogay.net/GayStation/ 4. GayNews _________________________________________________________________ Es folgen Neuigkeiten aus aller Welt. 4.1 Recht & Diskrimierung 4.2 Kriminalität 4.3 Coming-Out & Outing 4.4 HIV & AIDS 4.5 Sonstiges 4.1 Recht & Diskrimierung ========================== 4.1.1 Schwuler Schwede klagt EU an ----------------------------------- - Nicht ledig, nicht verheiratet - (Von Markus Zydra) Stockholm, 2. Dezember – Sven Englund ist seit 1995 verheiratet – mit einem Mann. In seiner Heimat Schweden ist dies möglich; dort sind gleichgeschlechtliche Ehen heterosexuellen juristisch gleichgestellt. Englund arbeitet jedoch seit zwei Jahren bei der Europäischen Union in Brüssel, als Übersetzer beim Ministerrat, und dort geht es weniger li- beral zu. Bei seinem Arbeitgeber wird der 53jährige nach EU-Recht mit dem Familienstand "ledig" geführt, obwohl er nach schwedischem Recht verheiratet ist. "Eine klare Diskriminierung von Homosexuellen", befand Englund und zog vor Gericht. Derzeit wird vor dem Europäischen Ge- richtshof in Luxemburg die mündliche Verhandlung geführt. "Prinzipiell sollten Homosexuelle die gleichen Rechte wie Heterosexuel- le haben", meint Englund, der von der schwedischen Regierung unter- stützt wird. "Schweden ist Teil der EU, deshalb sollten unsere Gesetze dort auch gültig sein", meint Lotty Nordling, Rechtsexpertin im schwe- dischen Außenministerium. Englund fürchtet auch finanzielle Nachteile, die seinem Partner im Ge- gensatz zu den Ehefrauen anderer EU-Mitarbeiter entstehen könnten. Die- se erhalten zum Beispiel Freiflüge nach Brüssel oder Zuschüsse zu Um- zugskosten. Die Mann-Mann-Ehe Englunds hingegen paßt nicht in das Ra- ster der EU – sein Partner erhält keine dieser Hilfen. Im Ernstfall kann dies schwerwiegende Konsequenzen haben: "Wenn mir etwas passiert, erhält mein Ehepartner von der Europäischen Union garantiert keine Wit- werrente", sagt Englund. Die Juristen des Ministerrats dagegen argumentieren, daß homosexuelle Partnerschaften "vielfältig" seien. Man müsse in jedem Einzelfall prü- fen, ob wirklich eine eheähnliche Beziehung vorliege, und das könne man nicht leisten. Der Ministerrat fordert vor Gericht daher einen Geset- zesvorschlag der EU-Kommission, in dem homosexuelle Ehen geregelt wer- den. "Bis ein solches Gesetz durchkommt und alle Mitglieder der Europä- ischen Union zugestimmt haben, bin ich dreimal gestorben", sagt Englund. Sein Pessimismus ist begründet. Außer Schweden haben in der EU nur Dä- nemark und die Niederlande die homosexuelle Ehe eingeführt. Gewinnt er aber den Prozeß, "dann werden auch andere homosexuelle Paare endlich zu ihrem Recht kommen". Bis zur Entscheidung hat Englund beim Ministerrat unbezahlten Urlaub genommen und sich ins schwedische Städtchen Arvika zurückgezogen, zusammen mit seinem Mann. [SZonNet, 2.12.98] 4.2 Kriminalität ================= 4.3 Coming-Out & Outing ======================== 4.4 HIV & AIDS =============== 4.4.1 Bulgare will Medikament gegen Aids entdeckt haben -------------------------------------------------------- Sofia (AFP, 27.11.98) - Ein bulgarischer Wissenschaftler will nach Presseberichten von heute ein Medikament gegen die tödliche Immunschwä- chekrankheit Aids entwickelt haben. Nach Angaben der bulgarischen Medien hat Jewgeni Gebew vom bulgarischen Institut für experimentelle Pathologie und Parasitologie das Medikament schon in Hunderten von Tierversuchen und an zehn Aidskranken mit sehr guten Ergebnissen getestet. Das Mittel soll den HI-Virus nicht töten, sondern die Zellen durch eine neue Technologie auf Basis von Fettkügel- chen (Liposomen) vor dem Erreger schützen. "Diese Methode ist dreimal wirksamer als herkömmliche", zudem sei sie ungiftig, erklärte Gebew. Sein 300seitiger Bericht über das neue Medikament soll bald der Europä- ischen Union vorgelegt werden. Das bulgarische Gesundheitsministerium hatte Mitte November 243 Menschen als HIV-positiv registriert, von de- nen 53 bereits an Aids erkrankt sind. 4.4.2 Aids-Virus ist den Ärzten immer einen Schritt voraus ----------------------------------------------------------- Berlin (dpa, 2.12.98) - Vor gut 16 Jahren brach die Aids-Epidemie in den USA aus. Es dauerte sechs Jahre, bis 1988 mit dem Medikament Retro- vir (AZT) das erste Mittel zur Verfügung stand, das in der Lage ist, die Vermehrung des tödlichen Immunschwächevirus HIV aufzuhalten. Weil sich die Viren rasch verändern und damit die Wirkung des Medika- ments unterlaufen, werden seit 1992 Kombinationen von AZT mit weiteren inzwischen entwickelten Hemmstoffen eingesetzt. Die Drei- und Vierfach- cocktails verlängern das Leben der Infizierten, aber auch sie verlieren über kurz oder lang ihre Schlagkraft. Die Mediziner fühlen sich trotz aller Erfolge in der Rolle des Hasen, der dem Igel HI-Virus auf den Fersen ist, ihn aber noch nicht einholen konnte. Ist der Mensch erst einmal infiziert, vermehren sich die Viren in ra- sendem Tempo: Jeden Tag zwingen sie die von ihnen befallenen CD4-Hel- ferzellen, 100 bis 200 Millionen neue Viren zu produzieren. Bei der Vi- rusvermehrung passieren viele Fehler, weshalb nur 0,1 Prozent der neuen HI-Viren wirklich infektiös sind. Dabei überleben aber auch eine größe- re Zahl mutierter Viren. Diese genetischen Abweichungen sind ein Haupt- problem bei der Virusbekämpfung, wie Christoph Manegold vom Hamburger Institut für Tropenmedizin kürzlich auf einer Tagung auf Gut Ising am Chiemsee (Bayern) erläuterte. Die inzwischen 16 bekannten Hemmstoffe halten zwar immer mehr Virusvarianten in Schach, kommen aber der stei- genden Zahl von Mutationen nicht hinterher. Etwa 100 Modifikationen sind bislang bekannt, von denen ein paar Dut- zend für die Widerstandsfähigkeit des Virus verantwortlich sind. Bei rund 95.000 Basenpaaren für die gesamte Erbinformation des Aids-Virus sind theoretisch mehrere tausend Abweichungen in einer unvorstellbar großen Kombinationsvielfalt denkbar. «Das Virus ist den Ärzten immer einen Schritt voraus», seufzte der Immunologe Thomas Harrer von Univer- sität Erlangen-Nürnberg auf der Tagung, die der «Resistenzentwicklung bei HIV-Infektionen» gewidmet war. Die Resistenz gegen Medikamente kann hoch oder niedrig sein, erläuterte die Leiterin des interdisziplinären HIV-Forschungszentrums der Univer- sitätsklinik Frankfurt/Main, Veronica Miller. Die Resistenzen gegen einzelne Medikamente können im Laufe von Monaten in einem Patienten zu- dem wechseln. In einzelnen Patienten wurden 50 verschiedene Virusvari- anten gefunden. Die Ärzte sind mit einer Reihe von Patienten konfrontiert, die keine resistenten Viren haben und die trotzdem nicht auf eine Therapie an- springen. «Einzelne Mutationen können im Patienten nicht nur auftau- chen, sondern auch wieder verschwinden», sagte Miller. Wer gegen ein Medikament immun ist, wird auch gegen andere Medikamente resistent sein, aber nicht gegen alle. Das ist die Chance der kombinierten «hoch- aktiven antiretroviralen Therapie» (HAART). Es gibt viele offene Fragen: Welche Medikamente versagen bei der heute standardmäßigen Dreifach-Kombination zuerst? Lohnt sich eine Weiterbe- handlung, wenn der Patient eine Mehrfachresistenz entwickelt hat? Darf eine Therapiepause eingelegt werden? Als einige Patienten die üblen Ne- benwirkungen des Medikamentencocktails aus Dutzenden von Tabletten täg- lich nicht mehr aushielten und die Behandlung abbrachen, verschwanden in wenigen Einzelfällen einige Virus-Mutationen, während der Ursprungs- typ im Körper blieb und sich beschleunigt vermehrte. «Das war für uns eine überraschende neue Erkenntnis», sagte Miller. Die Therapiepause könnte der HAART vielleicht neue Durchschlagskraft verleihen, doch die behandelnden Ärzte sind skeptisch. Zu ihnen gehört der Infektiologe Gerd Fätkenheuer. «Wir müssen unseren Patienten die konsequente Einnahme der Medikamente nahelegen», sagte der Arzt von der Uniklinik Köln. «Je niedriger die Vermehrungsrate des Virus, desto wahrscheinlicher ist es, daß sich keine resistenten Viren entwickeln.» Das bedeutet, wie der Nürnberger Immunologe Harrer ergänz- te, «eine intensive Therapie, die sofort nach der Infektion beginnen muß. Ein Aufschieben der Therapie, bis die ersten Krankheitssymptome da sind, halte ich für falsch.» 4.4.3 Berliner Forscher entwickelte Aids-Schnelltest ----------------------------------------------------- Berlin (dpa, 2.12.98) - Ein Berliner Wissenschaftler hat einen Aids- Test entwickelt, mit dessen Hilfe bereits nach einer halben Minute das HI-Virus nachzuweisen sein soll. Dem privaten biomedizinischen Forschungsinstitut German american insti- tute for aids research in Potsdam sei es gelungen, ein einfaches System zu entwickeln, mit dem der HIV-Test schnell, zuverlässig und kostengün- stig ausgeführt werden könne, berichtete am Samstag der private Fern- sehsender TV.Berlin. Die europaweite Zulassung für den Test solle An- fang 1999 beantragt werden, bestätigte der Institutsleiter Prof. Hein- rich Repke der dpa. Aufwendige Laboruntersuchungen sind den Angaben zufolge bei dem neuen Test, dessen Zuverlässigkeit in Versuchen bei 100 Prozent gelegen habe, nicht mehr notwendig. Bei dem neuen Verfahren werde ein Tropfen Blut oder Serum in den streichholzschachtelgroßen Test-Behälter gegeben. Da- zu kämen zwei Lösungen auf Proteinbasis. An der Verfärbung könne er- kannt werden, ob der Patient sich mit HIV infiziert habe oder nicht. Der Test reagiere durch die neuartigen Nachweisflüssigkeiten schon auf geringste Mengen von Antikörpern im Blut. 4.4.4 Benefiz-Aktionen und kostenlose Kondome als Mahnung ---------------------------------------------------------- Hamburg (dpa, 2.12.98) - Mit Kondomen, Trauermärschen und Benefiz-Ak- tionen haben am Dienstag anläßlich des Welt-Aids-Tages Menschen welt- weit zum Kampf gegen Aids gemahnt. Das Team der Bielefelder Aids-Hilfe besuchte mit dem «rosaroten Sexmobil» verschiedene Schulen und verteilte Aufklärungsbroschüren, Kondome und rote Solidaritätsschleifchen. «Wir wollen die Schüler aus der Reserve locken», sagte Julia Ellen Schmalz. Ähnliche Aktionen liefen auch an anderen Schulen Deutschlands. Der Welt-Aids-Tag stand in diesem Jahr unter dem Motto «Im- pulse für den Wandel: Welt-Aids-Kampagne mit jungen Menschen». Die bayerische Landeszentrale für Gesundheit fordert Jugendliche auf, sich gegenseitig über die Gefahren von HIV und Aids zu informieren. Solange keine Heilung möglich sei, bleibe Prävention das einzig wirksa- me Instrument im Kampf gegen die Krankheit. Jährlich registriert das Robert Koch-Institut 2.000 bis 2.500 Neuinfektionen in Deutschland. Politiker aller Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses verteilten rote Schleifen. Sie sind das internationale Zeichen für Solidarität mit Aids-Kranken und HIV-Infizierten. Allein in Berlin infizierten sich seit Ausbruch der Seuche vor 16 Jahren zwischen 10.000 und 12.000 meist junge Menschen mit HIV, mehr als 2 500 starben an Aids. [...] Doch nicht überall bekommt die Aufklärung Unterstützung: In Saarbrücken wurde am Dienstag bekannt, daß einer Beratungsstelle der Aids-Hilfe- Saar vom Stadtverband ein Zuschuß gestrichen werden soll. Sie werde da- durch in ihrer Existenz gefährdet, teilte die Aids-Hilfe mit. 4.4.5 US-Regierung erhöht Mittel zur Aids-Bekämpfung um 33 Prozent ------------------------------------------------------------------- Washington (dpa, 2.12.98) - US-Präsident Bill Clinton hat am Dienstag bekanntgegeben, daß die jährlichen Mittel zur Bekämpfung und Vorbeugung der Immunschwäche-Krankheit Aids 1999 um ein Drittel auf 200 Millionen Dollar erhöht werden. Zu den zusätzlich 47 Millionen kämen weitere 160 Millionen Dollar für die internationale Aids-Bekämpfung, sagte Clinton anläßlich des Welt- Aids-Tages in Washington. Insgesamt setze die amerikanische Regierung «die historische Summe von 1,8 Milliarden Dollar» für diesen Kampf ein. US-Vizepräsident Al Gore teilte ergänzend mit, daß die Regierung 220 Millionen Dollar für die Unterbringung und Betreuung von etwa 65.000 bedürftigen Kranken und ihren Angehörigen in den USA zahlen wird. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 4.4.6 Über Kinderliebe und Kondome ----------------------------------- NEW YORK (afp). Wer seine Kinder wirklich liebt, sollte ihnen ausrei- chend Kondome zur Verfügung stellen. Dies forderte die US-Schauspiele- rin Sharon Stone auf einer Konferenz anläßlich des Welt-Aids-Tages. El- tern müßten die "Kraft der Sexualität" unter Jugendlichen akzeptieren und versuchen, der Immunschwächekrankheit vorurteilslos vorzubeugen. 4.4.7 Sharon Stone: Stellt Kondome in die Wohnung -------------------------------------------------- New York - Wer seine Kinder wirklich liebt, sollte ihnen Kondome in ausreichender Menge zur Verfügung stellen. Dies forderte die US-Schau- spielerin Sharon Stone am Dienstag auf einer Konferenz anläßlich des Welt-Aids-Tags im UN-Hauptquartier in New York. Eltern sollten eine große Schachtel Kondome in der Wohnung aufstellen, so daß ihre Kinder sich frei daran bedienen könnten. "Wenn sie Ballons daraus machen, gut, wenn sie sie an Freunde weitergeben, noch besser", sagte die 40jährige, die 1992 durch den Hollywood-Kassenschlager "Basic Instinct" international bekannt wurde. Eltern müßten die "Kraft der Sexualität" unter Jugendlichen akzeptieren und versuchen, der Immun- schwächekrankheit Aids ohne Vorurteile vorzubeugen. Laut Stone infi- zierten sich in diesem Jahr drei Millionen junger Menschen mit dem HI- Virus. [eurogay.net Headline, 2.12.1998] 4.5 Sonstiges ============== 4.5.1 Schwulesbisches Mardi Gras-Festival in Sydney ---------------------------------------------------- Frankfurt/Main - Die australische Metropole Sydney ist im Februar 1999 Treffpunkt für Homosexuelle aus aller Welt: Zum 21. Mal wird das "Gay and Lesbian Mardi Gras Festival" durchgeführt. Nach Angaben des Frem- denverkehrsamtes des Bundesstaates New South Wales in Frankfurt werden mehrere hunderttausende Besucher erwartet. In der Zeit vom 01. bis 27. Februar stehen insgesamt rund 100 Veran- staltungen auf dem Festival-Programm. Höhepunkt ist die "Mardi Gras Pa- rade" in der Nacht zum 27. Februar, an der nach Angaben des Fremdenver- kehrsamtes mehr als 200 überwiegend provozierend geschmückte Teilnehmer und Festwagen durch die Innenstadt Sydneys ziehen. Informationen zum Festival gibt es auch im Internet unter http://www.mardigras.com.au 4.5.2 Museumskurs für Transsexuelle in Bologna ----------------------------------------------- Bologna - Die Stadt Bologna bietet 16 Transsexuellen einen Ausbildungs- kurs zum Museums- und Stadtführer an. Der Kurs sei Teil eines Programms für sozial benachteiligte Frauen, berichtete der Mailänder "Corriere della Sera" am Donnerstag. Ähnliche Kurse würden demnächst auch für ehemalige Drogenabhängige, Ex-Prostituierte und lesbische Frauen sowie Romafrauen angeboten. Die Kosten für den Transsexuellen-Kurs von umgerechnet etwa 120.000 Mark trägt die EU. "Wir wollen einer diskriminierten Minderheit eine Chance geben", sagte Bolognas Sozialdezernentin Lalla Golfarelli. Die Transsexuellen hätten oftmals keine andere Wahl, als sich zu prostitu- ieren, weil niemand ihnen Arbeit gebe. Bologna ist europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2000, und will im Hinblick darauf zusätzliche Arbeitsplätze im Kulturbereich schaffen. Während der italienische Homosexuellenverband "Arcigay" die Initiative der Stadt begrüßte, kritisierte der katholische Theologe Oreste Benzi den Ausbildungskurs für Transsexuelle: "16 Glückliche werden auser- wählt, die anderen aber weiterhin diskriminiert." [eurogay.net, 27.11.] 4.5.3 Brauhaus ist keine Szenekneipe ------------------------------------- Düsseldorf - Auch in seiner zweiten Entscheidung hat das Landgericht am Mittwoch einen Kölner Angriff auf Düsseldorfer Traditionen abgewehrt: Für das Brauhaus "Goldener Ring" in der Düsseldorfer Altstadt darf nicht in Homosexuellen-Zeitschriften geworben werden. Das Gericht un- tersagte den Kölner Pächtern ebenfalls die Werbung mit dem Begriff "Szene-Brauhaus" sowie Veranstaltungen für die Schwulen- und Lesben- Szene. Die Pächter Reiner Büchel und Stephan Dick wollen für ihre An- sichten zum Begriff "gutbürgerlich" allerdings vor dem Oberlandesge- richt weiterkämpfen. Mit seiner Auslegung vom Begriff "gutbürgerlich" hatte der Hausbesitzer bereits im Oktober eine einstweilige Verfügung erwirkt. Denn im Pacht- vertrag ist ausdrücklich festgelegt, daß der "Goldene Ring im Sinne ei- ner gutbürgerlichen Gaststätte weiterzuführen" sei. Diese Klausel ver- trägt sich nach Ansicht des Besitzers und des Gerichts nicht mit einem Szene-Treff am historischen Burgplatz. Außerdem untersagte das Gericht ausdrücklich die Aussage, der "Goldene Ring" solle nach dem Vorbild der "Brennerei Weiß" in Köln ein "Treffpunkt für die schwul-lesbische Fami- lie" werden. Doch die Pächter hatte im Lexikon unter "gutbürgerlich" nur die Defini- tion einer "soliden, einfachen Küche mit reichlichen Portionen" gefun- den. Über die "sexuelle Orientierung der Gäste" sei nichts vermerkt. Die Düsseldorfer Altbier-Brauerei Schlösser steht als offizieller Ver- pächter übrigens hinter dem Kölner Vorstoß: "Unter der neuen Leitung wurde der Bier-Umsatz verdoppelt", sagte ein Brauerei-Sprecher. (dpa) 4.6 In Kürze ============= - Der frühere republikanische Politiker Michael Huffington aus Kalifor- nien hat sich zu seiner Homosexualität bekannt. [Q: Dolimiten Online] Hast Du News? -> mailto:newsletter @ GayStation.de - Vielen Dank! 5. OnlineTips ______________________________________________________________ Diesmal werden Euch schwul-lesbische Mailinglisten vorgestellt. +++ COMMUNITY +++ Diese große deutschsprachige schwul-lesbische Mailingliste bietet und dis- kutiert News & Infos für die les-bi-schwule Community! Die Mailingliste COMMUNITY will den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Freunden, Menschen im Coming-Out und Vertretern von Organisationen, Vereinen und Initiativen im deutschsprachigen Raum ermögli- chen und unterstützen. SUBSCRIBE über eine leere Mail an: -> mailto:community-subscribe @ egroups.com Weitere Informationen auf der COMMUNITY Homepage: -> http://www.geocities.com/Eureka/Promenade/6396/index.htm +++ Rainbow +++ Diskussionsliste für Schwule, Lesben, Bisexuelle und solche, die es werden wollen. Außerdem ist jeder herzlich eingeladen, der sich für schwul/lesbi- sche Themen interessiert. Die Liste ist gedacht, um Gedanken und Erfahrun- gen auszutauschen, zu diskutieren, Veranstaltungen bekannt zu geben, Hilfe zu bieten oder einfach, um mit anderen Gleichgesinnten in Kontakt zu kom- men. -> http://user.exit.de/rainbow/ +++ GayStuff (Neu!) +++ Die Gaystuff Mailingliste dient der Information der schwulesbischen Allge- meinheit. Jeder kann alles über diese Mailingliste bis auf Widerruf ver- schicken. Weitere Informationen auf der Homepage: -> http://www.elitas.com/gaystuff/ Hast Du einen OnlineTip? -> mailto:newsletter @ GayStation.de - Danke! 6. Nachschlag ______________________________________________________________ Diese Stelle ist für Anekdoten, Kurioses, Sprüche oder Witze. Der erste passend zur Euro-Einführung in diesem Jahr... * * * "Mit dem Euro ist es doch wie beim Analverkehr mit 'nem Typen: Erst ist es ein Riesen-Akt bei der Einführung, dann kommt er... und schon ist es mit der Stabilität vorbei!" * * * +++ Analytik +++ Zwei alte Schulfreunde treffen sich zufällig wieder, unterhalten sich ein bißchen: * "Tja, was bist Du denn von Beruf?" * "Ich bin Schlosser geworden, und Du?" * "Ich bin Analytiker." * "Was ist denn das?" * "Oh, das ist etwas kompliziert. Wir beschäftigen uns mit dem Erschließen von gesellschaftlichen Zusammenhängen. Am besten, ich erklär's Dir an ei- nem Beispiel: Hast Du ein Aquarium daheim?" * "Ja." * "Dann hast Du sicher auch Fische." * "Ja, klar." * "Die fütterst Du regelmäßig." * "Natürlich." * "Dann bist Du also tierlieb." * "Ja, richtig." * "Wenn Du tierlieb bist, bist Du sicherlich auch kinderlieb." * "Ja, genau." * "Wenn Du kinderlieb bist, dann hast Du sicher auch Kinder." * "Ja, zwei." * "Wenn Du Kinder hast, dann hast Du bestimmt eine Frau." * "Ja, ganz richtig." * "Wenn Du Frau und Kinder hast, bist Du sicher verheiratet." * "Stimmt." * "Na, und wenn Du verheiratet bist, dann bist Du auch nicht schwul!" * "Ja, genau!" Der Befragte ist ganz baff. Ein paar Tage später trifft jener tierliebe, verheiratete Vater von zwei Kindern einen anderen alten Schulkameraden. Sie unterhalten sich, auch über den ersten, der Analytiker geworden ist. * "Was ist der denn geworden?" * "Der ist Analytiker geworden." * "Analytiker? Was ist denn das?" * "Paß auf, ich erklär's Dir an einem Beispiel." * "O.K.!" * "Hast Du ein Aquarium daheim?" * "Nein." * "Schwule Sau!" * * * +++ Neulich in der Kaserne +++ Sani(täts)-Unterricht. 43 Soldaten in Uniform, einer in zivil: Keks. Es wird viel gequatscht. Ein Soldat : "Seid doch mal ruhig, ihr Schwuchteln!" Keks darauf: "Wieso? - Ich bin doch ruhig!" Leider habe ich es nur gedacht und nicht laut gesagt. Ich hatte erst gezö- gert, und später war dann der passende Moment vorbei... (Mo, 25.01.1999) Aber nächstes Mal traue ich mich, ich verspreche es Euch! :) * * * Hast Du auch was? mailto:newsletter @ GayStation.de - Dankesehr! ____________________________________________________________________________ +++ E-Male - Der Newsletter von GayStation und eurogay.net +++ Probleme beim Lesen dieser Mail, z.B. mit den Umlauten? Dann einfach melden! <- Optimal: Schrift fester Breite (z.B. Courier) u. mindestens 76 Spalten -> Anzahl der Abonnements : 4.588 Zusammenstellung/Inhalt: Oliver Reimann, newsletter @ GayStation.de Mailingliste/Versendung: Alexander Rösch, redaktion @ eurogay.net An- und Abmeldungen sind auf folgenden Seiten möglich: E-Male bei GayStation -> http://GayStation.de/E-Male [inkl. Archiv] E-Male bei eurogay.net -> http://eurogay.net/service/emale/ Autoren/Mitarbeiter: (ar) - Alexander Rösch - alex @ eurogay.net (dh) - Dieter Herchenbach - hasenbaer @ GayStation.de (fi) - Uwe Fischer - fischi @ GayStation.de (jh) - Jörg Hofmann - jhofmann @ vrm.de (ke) - Oliver Reimann - keks @ GayStation.de (ma) - Matthias Altmann - matthias @ GayStation.de (nb) - Norbert Blech - kuckucksei @ gmx.net (pc) - Phillip Carl - phill @ GayStation.de (to) - Todd - todd @ GayStation.de Alle Rechte vorbehalten. Kopien - auch auszugsweise - nur nach Genehmigung! Vollständige Kopien ohne Veränderung sind allerdings ohne Nachfrage erlaubt! Oliver Reimann Mobi: 0177-239 14 17 keks @ keks.de Fon: 030-80 90 35 26 http://keks.de Fax: 089-66617 20077 __________________________(c) 1999 Oliver Reimann___________________________